Hepatitis B im Bundestag

5. Juni, 2008 von augenblick42

Schocker – unsere Volksvertreter infiziert mit Hepatitis B – so stehts über der Fax-Pressemitteilung die mich gerade erreicht.

Wer nicht weiss, was das bedeutet, hier ein Auszug aus GesundheitPro:

Die Hepatitis B ist eine weit verbreitete Leberentzündung, verursacht durch das Hepatitis-B-Virus. Übertragen wird die Erkrankung vor allem beim Geschlechtsverkehr und bei Bluttransfusionen, aber auch durch den Gebrauch von gemeinsamen Zahnbürsten und Rasierapparaten durch kleinste Haut- oder Schleimhautverletzungen. Auch beim Tätowieren kann es zur Infektion kommen. 

Hier geht’s zum gesamten Artikel: Hepatitis B

Ein schweres Schicksal für unsere Volksvertreter… Aber Halt! Entwarnung! In der immerhin schon 4. Zeile steht, dass nur die neuen Europäischen Empfehlungen zu Hepatitis B im Bundestag vorgestellt wurden.

Glückwunsch zu dieser Pressemitteilung. Ich freue mich schon auf Überschriften in Pressemitteilungen wie „Terror im Bundestag“ oder „Überschwemmung im Bundestag“. 

Ze drem of a united urop vil finali kum tru.

5. Juni, 2008 von augenblick42

Aus vertraulicher Quelle 

XXXXX XXXXX (Name unkenntlich gemacht)

Public Relations Officer
Soldiers, Sailors, Airmen and Families Association (SSAFA) – Forces Help
19 Queen Elizabeth Street
London SE1 2LP

European Commission has just announced an agreement whereby English will be the official language of the European Union rather than German, which was the other possibility.

As part of the negotiations, the British Government conceded that English spelling had some room for improvement and has accepted a 5- year phase-in plan that would become known as „Euro-English“.

In the first year, „s“ will replace the soft „c“. Sertainly, this will make the sivil servants jump with joy.

The hard „c“ will be dropped in favour of „k“. This should klear up konfusion, and keyboards kan have one less letter.

There will be growing publik enthusiasm in the sekond year when the troublesome „ph“ will be replaced with „f“. This will make words like fotograf 20% shorter.

In the 3rd year, publik akseptanse of the new spelling kan be expekted to reach the stage where more komplikated changes are possible.

Governments will enkourage the removal of double letters which have always ben a deterent to akurate speling.

Also, al wil agre that the horibl mes of the silent „e“ in the languag is disgrasful and it should go away.

By the 4th yer people wil be reseptiv to steps such as replasing „th“ with „z“ and „w“ with „v“.

During ze fifz yer, ze unesesary „o“ kan be dropd from vords kontaining „ou“ and after ziz fifz yer, ve vil hav a reil sensibl riten styl.

Zer vil be no mor trubl or difikultis and evrivun vil find it ezi tu understand ech oza. Ze drem of a united urop vil finali kum tru.

Und efter ze fifz yer, ve vil al be speking German like zey vunted in ze forst plas.

If zis mad you smil, pleas pas on to oza pep

Der Springer-Fußball-Krieg

5. Juni, 2008 von augenblick42

Da schlägt die polnische Presse zu – Trainer Beenhakker (auch noch ein Holländer) steht hinter Ballack, der eine preußische Pickelhaube aufhat – und holt zum Schlag mit dem Schwert aus.

So auf dem Titelbild der Zeitschrift Fakt

 

 

Und unser aller Bild-Zeitung barmt dazu, heute auf der Titelseite und im Internet Auftritt: Polen eröffnen Fußballkrieg… 

Und der gerechte Volkszorn wird  beschworen – „Schreiben Sie den polnischen Fußball-Fans Ihre Meinung!“ Das wird sicher ein friedliches Spiel am Sonntag.

Dabei haben sich schon alle entschuldigt – der polnische Botschafter, der Trainer, alle haben die Berichterstattung als das bezeichnet, was sie ist: bodenloser Schmarrn.

Nur einer hat sich nicht entschuldigt – der Springer Verlag. Sowohl Fakt als auch Bild gehören schliesslich Springer. Da bleibt nur, Bild zu zitieren: „Es ist einfach widerlich!“

20 sichere Tipps eine Zeitung zugrunde zu richten

5. Juni, 2008 von augenblick42

Juan Antonio Giner, vice president of the Innovation consulting group, presents to WAN his list of 20 ways to kill a newspaper, writes Stephen Brook.

(Gilt übrigens auch für jedes andere Medium)

1. be dull and boring
2. change slowly
3. print yesterday’s news
4. don’t take risks
5. expect different results by doing things the same way
6. insult your readers
7. lie to advertisers
8. please politicians
9. cover buildings not people
10. don’t interact with audience
11. print badly
12. print poor colour
13. write long
14. don’t care about design
15. don’t care about talent
16. don’t sack bad managers
17. pay badly
18. don’t innovate
19. milk the cash cow
20. expect miracles

Danke an Martina Wingenfeld für die Liste.

Grammatikbenutzungsforschung

3. Juni, 2008 von augenblick42

Unter diesem schönen Begriff versucht die Duden-Redaktion den „Benutzungswert zukünftiger Auflagen der Dudengrammatik“ zu erhöhen. Ich würde den Kollegen von der Uni Kassel, die das Projekt betreuen, ja empfehlen sich erst einmal einen „wie-schreib-ich-kein-Beamtendeutsch“ Kurs zu verpassen. Vor allem wenn sie sich an Journalisten richten und um Veröffentlichung auf Websites bitten. Aber sei’s drum – hier die gewünschte Veröffentlichung:

 

Grammatikbenutzungsforschung’ ist ein sprachwissenschaftliches Projekt, das an der Universität Kassel durchgeführt und von der Dudenredaktion gefördert wird. Ziel ist es, den Benutzungswert zukünftiger Auflagen der Dudengrammatik weiter zu erhöhen. Dies kann jedoch nur durch die Hilfe der Dudenbenutzer, nämlich durch Ihre Mithilfe geschehen!

Wir hoffen, dass gerade Sie als Journalisten, die Sie täglich beim Schreiben Ihrer Artikel mit den (grammatischen) Schwierigkeiten der deutschen Sprache konfrontiert sind, an unserem Projekt teilnehmen und sich nur ein paar Minuten Zeit nehmen.

Wir bitten Sie deshalb, unsere Fragebögen auf http://www.grammatikbenutzungsforschung.de/online.htm auszufüllen. Unter denjenigen, die ‘Fragebogen II’ ausfüllen, verlosen wir 10 Dudenbände (nach eigener Wahl). Ihre Daten bleiben vollkommen anonym und werden nicht an Dritte weitergegeben.

Das Projekt ist nicht kommerziell und dient ausschließlich Forschungszwecken. Nähere und ausführlichere Information erhalten Sie auf der Hauptseite unseres Projekts, http://www.grammatikbenutzungsforschung.de. Wenn Sie eine Frage an uns haben, schreiben Sie gerne einfach an diese Adresse zurück oder nutzen Sie
das Kontaktformular auf unserer Internetseite.

Zusätzlich bitten wir Sie darum, diesen Aufruf durch die Weiterleitung dieser Nachricht an Kollegen, Freunde und Bekannte und/oder durch die Veröffentlichung auf Ihrer Internetseite/Ihrem Forum zu verbreiten.

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen

Dr. Mathilde Hennig

Universität Kassel – Fachbereich 02
34109 Kassel
Telefon: (+49) 561-804-3923
E-Mail: hennig@uni-kassel.de

P.S. Kennt noch jemand den Familienbenutzer von Loriot? Der war keiner Benutzungsforschung unterworfen und wurde doch schön anschaulich erklärt: Der Familienbenutzer 

Mobile Mobilfunkgegner im öffentlichen Raum, ratlos

30. Mai, 2008 von augenblick42

Was hier zu sehen ist: Ein Mobilfunkmast, der mit Alufolie umwickelt ist, und deshalb nicht mehr funktioniert. Eine Aktion von Mobilfunkgegnern.

Diese informieren über ihr Anliegen mit dem Transparent. Man kann sie anrufen. Auf einem Handy. Auf einem Handy. Aber nicht hier. Der Funkmast ist ja ausgeschaltet.

Was soll ich hier komischer finden? Dass Mobilfunkgegner per Handy über ihr Anliegen informieren? Dass sie vorbeugend die „gesundheitsschädliche“ Kontaktaufnahme gleich verhindern? Dass die Aktion in ihrer Gesamtheit reiner Dada ist? (mehr zu –>Dadaismus)

Gefunden in: Telepolis, Daumenkultur

Weitsichtige Planung

30. Mai, 2008 von augenblick42

Klinikkonzern Vivantes strukturiert bis 2015 um:

„Standortentwicklungskonzept“ sichert Zukunft des Unternehmens

Das nenn’ ich weitsichtig. Börsennotierte Unternehmen müssen alle drei Monate neue Visionen und Konzepte präsentieren, hier hat man sieben Jahre Zeit. Das es sowas noch gibt…

Sensation: Zu geringer Salzverzehr bringt Herz und Gefäße in Gefahr

29. Mai, 2008 von augenblick42

Das vermeldet – na wer wohl? Der Verband der Kali- und Salzindustrie e.V., Berlin. Eine absolut neutrale und objektive Institution bei diesem Thema. 

Der Verband bezieht sich  dabei auf die amerikanische NHANES III-Studie, eine groß angelegte Beobachtungsstudie bei knapp 9.000 US-Bürgern, die angeblich „ein besonders hohes Sterblichkeitsrisiko bei Menschen, die sehr wenig Kochsalz zu sich nehmen“ zeigt. Statistisch eindeutig sei der Zusammenhang zur salzarmen Kost bei Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislaufkomplikationen.

So weit, so richtig. Was die Kollegen in der Pressestelle aber mal wieder durcheinanderwürfeln sind die Begriffe „Wirkungszusammenhang“ und „Korrelation“. Statistisch eindeutig sei der „Zusammenhang“ zwischen dem Merkmal „salzarme Kost“ und „Todesfälle durch Herz-Kreislaufkomplikationen“. Genau das ist aber falsch. Was hier festgestellt wurde, ist dass Menschen, die extrem salzarm essen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch an Herz-Kreislaufkomplikationen sterben.

Es kann damit nicht gezeigt werden, dass die salzarme Kost die Ursache für die Todesfälle war. Hier wird eine Zusammenhang vermutet, den die Studie nicht hergibt. Solche lustigen Korrelationen gibt es übrigens häufiger als man vermuten würde. Ein besonders schönes Beispiel: Zu Beginn der 70er Jahre ging die Storchenpopulation in Deutschland wegen der Umweltverschmutzung zurück. Parallel dazu sank die Geburtenrate. Liegt ja auf der Hand – da der Storch die Babys bringt, musste die Geburtenrate sinken.

Möglicherweise gibt es bei der amerikanischen Studie einen oder mehrere weitere Faktoren, die sowohl bei extrem salzarm essenden Menschen, als auch bei Menschen, die an Herz-Kreislaufkomplikationen sterben, wirken.

Weiterhin ist es in unserer Zivilisation kaum möglich, salzarm zu essen. Und echte Ursache-Wirkungen-Zusammenhänge kann man z.B. hier nachlesen:

Bluthochdruck: Warum Salz oft schadet

Wohnzimmergalerie

28. Mai, 2008 von augenblick42

 Die neue Wohnzimmergalerie – bin gespannt, was hier in den nächsten Wochen ausgestellt wird.

Name und Beruf in seltener Eintracht

28. Mai, 2008 von augenblick42