Das vermeldet – na wer wohl? Der Verband der Kali- und Salzindustrie e.V., Berlin. Eine absolut neutrale und objektive Institution bei diesem Thema.
Der Verband bezieht sich dabei auf die amerikanische NHANES III-Studie, eine groß angelegte Beobachtungsstudie bei knapp 9.000 US-Bürgern, die angeblich „ein besonders hohes Sterblichkeitsrisiko bei Menschen, die sehr wenig Kochsalz zu sich nehmen“ zeigt. Statistisch eindeutig sei der Zusammenhang zur salzarmen Kost bei Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislaufkomplikationen.
So weit, so richtig. Was die Kollegen in der Pressestelle aber mal wieder durcheinanderwürfeln sind die Begriffe „Wirkungszusammenhang“ und „Korrelation“. Statistisch eindeutig sei der „Zusammenhang“ zwischen dem Merkmal „salzarme Kost“ und „Todesfälle durch Herz-Kreislaufkomplikationen“. Genau das ist aber falsch. Was hier festgestellt wurde, ist dass Menschen, die extrem salzarm essen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch an Herz-Kreislaufkomplikationen sterben.
Es kann damit nicht gezeigt werden, dass die salzarme Kost die Ursache für die Todesfälle war. Hier wird eine Zusammenhang vermutet, den die Studie nicht hergibt. Solche lustigen Korrelationen gibt es übrigens häufiger als man vermuten würde. Ein besonders schönes Beispiel: Zu Beginn der 70er Jahre ging die Storchenpopulation in Deutschland wegen der Umweltverschmutzung zurück. Parallel dazu sank die Geburtenrate. Liegt ja auf der Hand – da der Storch die Babys bringt, musste die Geburtenrate sinken.
Möglicherweise gibt es bei der amerikanischen Studie einen oder mehrere weitere Faktoren, die sowohl bei extrem salzarm essenden Menschen, als auch bei Menschen, die an Herz-Kreislaufkomplikationen sterben, wirken.
Weiterhin ist es in unserer Zivilisation kaum möglich, salzarm zu essen. Und echte Ursache-Wirkungen-Zusammenhänge kann man z.B. hier nachlesen:
Bluthochdruck: Warum Salz oft schadet