Archiv für April 2008

Der Adler ist gelandet

29. April, 2008

Der Adler ist gelandet  Der Landeanflug war schwierig in der engen Gasse. Aber dann ging doch alles gut. Abends musste er aber nach Hause fahren, er hatte zu viele Ballons verkauft.

Frühjahrsmüdigkeit ade!

24. April, 2008

Ich sitze gähnend vor dem Bildschirm, da ruft Worldfruit aufwachen!

Mit Original Tibet Gojis in den Frühling

Hat das was mit Olympia zu tun? Sind das demonstrierende Studenten? Nein, es sind Beeren. Auch wenn die Wortwahl weiter martialisch ist:

Die Tibet-Giji-Beere, eine Vitamin-Bombe mit gleichzeitig außerordentlich hohem Eisengehalt.

Aber mal im Ernst – muss man eine Beere kaufen, die um die halbe Welt geflogen wurde? Und für 150 Gramm ernstgemeinte 6,99 EURO zahlen?

Das Zen des Bloggens

24. April, 2008

Anleitungen zum „richtigen“ Bloggen gibt es wie Sand am Meer. Hier ist allerdings eine, die in Inhalt, Aufbau und Aufmachung eigene Wege geht. Das Original ist von Hunter Nuttall verfasst, Jan Tißler hat es hervorragend übersetzt. Jedem ans Herz zu legen, der Freude an am Bloggen und schönen Geschichten hat. Kleiner Auszug:

Es heißt: Wenn der Schüler bereit ist, trifft er seinen Meister. Eines Tages fühlte  ich mich bereit und begann den langen Aufstieg zum Gipfel von Mont Blog. Hatte die Legende Recht? Gab es den alten Mann dort wirklich? Niemand wusste  es genau, aber wir wussten, dass jeder ehrgeizige Blogger sich verpflichtet fühlte, ihn zu suchen, sobald seine Zeit gekommen war. Wir wussten außerdem,  dass man jene Blogger niemals wiedergesehen hatte. 

Wie es weitergeht, kann man hier nachlesen:

Bläh-Gesicht

23. April, 2008

Haas-Health erfreut uns mit folgender Überschrift:

„Blähungen, Kopfschmerzen oder Hautirritationen nach dem Essen:

Die vielen Gesichter einer Histamin-Intoleranz“

Will ich wissen, wie ein Kopschmerz-, Hautirritations-, oder gar Bläh-Gesicht aussieht? Nee, wirklich nicht…

Pilgern auf dem Jakobsweg

17. April, 2008

Neue Maßstäbe in Schludrigkeit setzt diese Pressemitteilung:

Im Betreff der Mail: 

Pilger-Ragteber Pressemitteilung und Angebot für ein Rezensionsexemplar

Im Text:

Im Kaufmann Verlag ist soeben der Pilger-Rageber erschienen.

Immerhin, danach, im dritten Anlauf, ist es endlich richtig geschrieben. Liebe „Pressearbeit“ aus dem Kaufmann Verlag – so macht man auch Pressearbeit. Allerdings anders als beabsichtigt.

Barbara Schöneberger

17. April, 2008

In der Tat, ein unwiderstehliches Angebot – und in einem bemerkenswerten Deutsch geschrieben:

Sehr geehrter Herr XXX (Streichungen von mir),

an Barbara Schöneberger kommt man zur Zeit medial fast nicht vorbei.

Ist mir bisher nicht aufgefallen, aber vielleicht bin ich als Mann auch nicht die Zielgruppe…

Weil sie jetzt auch noch singt

Oh Schreck – oder was will mir die Kollegin damit mitteilen?

und auf ihrer Tournee in vielen Städten Station
macht,

Das ist mal ein guter Grund für einen Artikel. Im Folgenden ist die Schreibweise von mir nicht angetastet:

möchte ich Ihnen gern Interview (wahlweise Kurz- oder Langversion)
mit ihr anbieten, das ich gerade erst mit ihr geführt habe.

Schreibt hier Frau Feldbusch / Pooth?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die Geschichte interessiert. Die Foto
dazu stammen von ihrer Agentur und können mit dem Fotovermerk Fotocredit:
XXX XXXX Management GmbH / XXX XXX kostenfrei verwendet werden. Im
Gegensatz zu meinem Text, den Sie bei Gefallen bitte zu den bei Ihnen
üblichen Sätzen honorieren wollen.

Beeindruckend. Da wundert es auch nicht, dass man als Online-Publikation ein Belegexemplar schicken soll:

Und über ein Belegexemplar ist ein freier
Journalist ohnehin immer glücklich…

Herzlichen Dank und freundlichen Gruß

KXXX JXXXX
Freie Journalistin

Moment – grade war noch vom freien Journalist die Rede – aber der Name klingt eindeutig weiblich.

Hut ab – als Journalistin ein solches Deutsch im Themenangebot – und dann auch noch Honorarwünsche. Das nenn’ ich Chuzpe.

Ziviler Ungehorsam, die bayerische Variante

15. April, 2008

Es gab einmal ein Bundesland

das hiess Bayern. Es hatte eine strenge und kompromisslose Regierung.

Diese brüstete sich mit dem „strengsten Rauchverbot“ Deutschlands.

Die Bürger hörten die Signale und zollten ihrer Regierung Respekt. Landauf, landab,

wurde das Rauchverbot befolgt. Bis auf gefühlte 80 Prozent der Kneipen. Diese erklärten sich einfach zur geschlossenen Gesellschaft, zum Raucherclub, oder zum „Verein zur Pflege Amerikanischer und Mexikanischer Gastronomiekultur“ (in dem natürlich geraucht wird).

So waren wieder alle glücklich und zufrieden.

Kostenfrei verwendbar

11. April, 2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhalten Sie von uns die Pressemitteilung

„Halbzeit beim Wettbewerb „fit & gesund“ des Löwenzahn-Magazins“

zur kostenfreien Verwendung in Ihrem Medium.

Da bin ich ja beruhigt. Dass Pressemitteilung kostenfrei verwendet werden dürfen. Hätte mich sonst rückversichern müssen. Aber so sind ja alle Fragen beantwortet. Unklar allerdings, ob ich diese Pressemitteilung auch kostenfrei ignorieren darf. Muss ich einfach mal ausprobieren.

Glücksvitamine und Fettkiller

11. April, 2008

Ein wunderschönes Bespiel, wie Pressemitteilungen nicht geschrieben werden sollen:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

So weit, so höflich.

bitte beachten Sie, dass ich seit dem 20. März 2008 Sven-David Müller heiße. 

Das beachte ich gerne, allerdings wusste ich auch nicht, das der Herr vor dem 20. März anders hiess. Ich kenne den werten Kollegen überhaupt nicht.

Die Namensänderung ist auf meine Heirat zurückzuführen. 

Glückwunsch. 

Zusammen mit meiner Ehefrau Almut Carlitscheck-Müller habe ich jetzt das Buch „Glück – So genießen Sie jeden Tag“ verfasst. 

Aha, jetzt kommt langsam der Grund für diese Mail zu Tage. Ich hoffe, dass das Ehepaar seine glückliche Verbindung nicht zu sehr durch berufliche Zusammenarbeit belastet. Meiner Erfahrung nach geht das selten gut. Aber weiter:

Das Besondere an diesem Buch ist die Kombination aus Psychologie, Philosophie und Ernährung. 

Soso. Jetzt kommt’s aber knüppeldick:

Unser Buch bietet ein praxisnahes Konzept. Wer dieses Buch liest und die Tipps und Tricks beachtet, wird glücklich. 

So einfach geht das. Geradezu Nobelpreisvedächtig. Sven-David Müller und Almut Carlitscheck-Müller haben den heiligen Gral gefunden. Jahrtausendealte Weltreligionen, Jahrhunderte philosophischen Grübelns – sie alle müssen nur beim Ehepaar Müller nachlesen.

Aber es geht noch besser:

 …und Glücksrezepte mit Glücksvitaminen runden das Werk ab

Auch noch Vitamine. Steigerung kaum möglich? Doch:

Neben dem Glücksbuch stelle ich Ihnen heute mein Buch „Die 50 besten Fettkiller“ vor. 

Da bleibt nur noch ein Fazit, und das Ehepaar Müller zieht es auch konsequent:

Wenn Sie das Buch nicht rezensieren können, sollten Sie es sich kaufen, denn Glück kann man gar nicht genug haben.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen – ausser der endgültigen Überschrift aus dieser Mail:

GLÜCKSVITAMINE: GLÜCK IST ESSBAR!

Der Ratgeber stellt Glück nicht nur aus dem Blickwinkel von Philosophie und Psychologie vor, sondern zeigt, dass Glück auch essbar ist.

Mahlzeit.

Mit der Kraft der Zirbe schläft es sich besser.

11. April, 2008

Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. HEFEL Textil setzt mit seinem Zirbenbettwarenprogramm an dieser beeindruckenden Erkenntnis an. Durch Beimengung von Tiroler Zirbenflocken in die Füllung wird Schlafen zur tiefen Erholung für Herz und Kreislauf. 

Nicht nur ist der „österreichische Bettwarenhersteller HEFEL Textil einer der erfolgreichsten und innovativsten Bettwaren-Erzeuger Europas“ – nein, er hat auch das unvergleichliche Wort Zirbenbettwarenprogramm erfunden. Ein Schmuckstück für meine Sammlung.